Wentzler.Bericht
Wentzler.Bericht
Der Investor Relations-Dienstleister Stockwaves Financial Services GmbH hat am 20. Januar 2010 zu einer Veranstaltung mit dem Titel "Sechs Emissionshäuser - sechs Strategien zum Erfolg" in das Hotel Steigenberger, Hamburg eingeladen. Es waren die Emissionshäuser Aquila Capital GmbH, Lloyd Fonds AG, Doric Asset Finance GmbH, Hannover Leasing GmbH & Co. KG, Soilutions und MPC Capital AG eingeladen, um ein Topprodukt aus ihrem aktuellen Angebotsportfolio zu präsentieren. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion über die vom Gesetzgeber geplanten Regulierungen für den Vertrieb von Finanzprodukten. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten Vertreter der Politik, der Verbände und der europäischen Kommission. Wentzler.Communications stellt hier im Auftrag von infomac Treuhand die Höhepunkte der Veranstaltung vor.
Investieren Sie in das weltweit größte Natur(wald)schutzprojekt
Für die Firma Aquila Capital präsentiert Geschäftsführer Axel Stiehler den Fonds „WaldINVEST III“. Aquila ist ein auf alternative Investments spezialisiertes Emissionshaus, das mit seinen Produkten nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Ziele verfolgt.
Herr Stiehler unterstreicht sofort die Vorteile eines Waldinvestments als herausragende Anlage. Sie verfügten über den biologischen Zinseszins, da der Baum beim Wachsen im Volumen immer überproportional zunimmt. In Krisenzeiten mit schlechten Preisen muss nicht zwingend geerntet werden. Der Baum kann stehen gelassen werden und gewinnt damit weiter an Wert. Zudem profitiert ein Waldinvestment von seiner Nachhaltigkeit. Der hier vorgestellte Fond investiert in brasilianische Wälder und Waldplantagen. Dort steht die ökologische Nutzung des Waldes im Vordergrund und ist von der brasilianischen Regierung politisch ausdrücklich erwünscht. Die brasilianischen Wälder dürfen nur mit Lizenzen bewirtschaftet werden, welche die brasilianische Regierung vergibt. Und das auch nur an ausgewiesene professionelle Waldmanager. Das Waldinvestment generiert hohe Cashflows mit frühen Ausschüttungen, denn der Wald ist bereits vorhanden, und es könnten sofort Entnahmen getätigt werden. So wird ein Mittelrückfluss von 315 Prozent über circa 14 Jahren prognostiziert.
Aquila achte sehr auf ein differenziertes Geschäftsmodell: Fonds, Strukturierung, Trading. Grundüberlegungen bei neuen Produkten sind: Bevölkerungsentwicklung, Industrialisierung der Schwellen- und Entwicklungsländer, Verknappung der natürlichen Ressourcen, Klimawandel und das Ziel, immer First Mover zu sein bei Klima, Wald, Agrar. Es ist das erklärte Ziel in jeder Anlageklasse immer den besten Manager zu engagieren.
WaldINVEST III
Dieses Aquila-Waldinvestment glänzt durch ein gutes Risiko-Rendite-Profil. Neben Öl und Gas ist Holz die größte Rohstoffklasse. Die Holznachfrage hat sich seit 1960 verdreifacht. Sie nimmt mit zunehmendem Wohlstand eher noch zu. Die Holzpreise steigen mit dieser Nachfrage. Je wertvoller das Holz ist, desto geringer fällt die Preisvolatilität aus. Die International Woodland Company (IWC, Investment-Berater für diversifizierte Waldfonds) stellte fest, dass Brasilien der beste Standort für Waldwirtschaft weltweit ist. Der Staat und seine Finanzen sind stabil, das Holz wächst drei- bis viermal schneller als in Deutschland. Der dortige Regenwald ist die größte zusammenhängende Waldfläche der Welt.
Der brasilianische Staat vergibt Lizenzen zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Regenwaldes. Dies als Gegenmaßnahmen zur Brandrodung und illegaler Entnahme. Der ökologische Hintergrund ist der Einfluss des Regenwaldes auf das Weltklima, speziell die Bindung von CO2. Die Lizenzierung erfolgt nach einer Bewerbung, die durch ein restriktives Gesetz (IBAMA Public Forest Law, 2006) geregelt ist. Das Gesetz stoppt die Illegalität durch die Einbindung von Einheimischen, indem es Arbeitsplätze schafft und generell das Ziel der nachhaltigen Bewirtschaftung verfolgt. Es dürfen über einen Zeitraum von 25 Jahren nur 22 Kubikmeter Holz pro Hektar entnommen werden. Das entspricht der über diese Zeit nachwachsenden Biomasse.
Brasilien ist als eines der letzten Länder in die Weltwirtschaftskrise gerutscht. Die Auswirkungen der Krise waren gering und Brasilien hat sich somit als eines der ersten Länder wieder aus der Krise herausbewegt. Es herrschte politische Stabilität und das Land ist einer der großen Nettogläubiger der Welt.
Das Amata-Projekt
Amata ist eine Gesellschaft, die auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Regenwald- und Aufforstungsflächen spezialisiert ist. Laut IWC ist Amata einer der Marktführer als Waldmanager. Amata erwirtschaftet ausschließlich FSC-zertifiziertes Holz. FSC – Forest Stewardship Council – ist international die größte und wichtigste Wald- und Holzzertifizierung: Sie fordert nachhaltige Bewirtschaftung des bestehenden Waldes und die Aufforstung in Plantagen.
Das Investitionsvorhaben beläuft sich auf eine Summe von 120 Mio. US-Dollar. Davon will Aquila 20 Mio. in seinem Fonds einsammeln. Das Geld wird zunächst im Sägewerke, Maschinen und Infrastruktur investiert. Diese kennzeichnen sich durch Mobilität und können so an verschiedenen Stellen des Waldes zum Einsatz gebracht werden. Zusätzliche Erträge sind möglich durch die Verwertung von CO2-Rechten, sowie nicht Holzprodukten wie Nüsse und Samen für die Pharma- und Kosmetikindustrie. Bei den Plantagen wird auch der Grund gekauft. Nach 14 Jahren wird alles verkauft, nämlich Grund und Boden, Infrastruktur sowie die Lizenzen.
Es handelt sich um eine renditestarkes und ökologisches Projekt. Es ist eine Investition in das größte Waldschutzprojekt der Welt. Die Maßnahme ist politisch gewollt und verfügt über die FSC-Zertifizierung. Als Manager wurde ein Toppartner gewonnen, der sich selber im hohen Maße für das Projekt finanziell engagiert (5 Millionen). Die anderen Investoren sind AAA-geratet.
Schiffe? – aber sicher!
Schifffonds waren jahrelang eine der beliebtesten Anlageklassen im Bereich der geschlossenen Beteiligungen. Der Grund lag in der existentiellen Bedeutung der Schifffahrt für das Wachstum der Weltwirtschaft. Eben darum sind sie in der Weltwirtschaftskrise nicht mehr so sehr gefragt. Emittenten von Schifffahrtsfonds schauen auf das Jahr 2009 als eines der schlechtesten überhaupt zurück. Es wurden kaum neue Fonds aufgelegt und die Emissionshäuser verstärkten ihre Bemühungen, neue Produkte zu entwickeln. Vertriebsgeschäftsführerin Silke Harms von der Hamburger Lloyds Fonds AG, einem der führenden Anbieter von geschlossenen Fonds und strukturierten Kapitalprodukten, gibt einen Ausblick über den aktuellen Stand am Markt und stellt ein neues Produkt vor. Die Strategie: lanfristiger Erfolg und Konzentration auf Transport und Immobilien.
Schifffahrtsmarkt
Der Markt ist nach wie vor klar von Überkapazitäten sowohl in der Tonnage als auch bei den Werften geprägt. Viele Schiffsbestellungen wurden also Folge der Wirtschaftskrise storniert oder nach hinten geschoben ebenso wie Abwrackung alter Tonnage stark zugenommen hat. Gleichzeitig wurde die Finanzierung der Schiffe schwieriger, da weniger Kredite von den Banken zu bekommen sind. Folglich steigt der Eigenkapitalbedarf für solche Produkte. Als Gesamtkonstellation gilt das insbesondere für Containerschiffe, bei denen sich allerdings in letzter Zeit die Tonnagepreise etwas stabilisiert haben. Bei den Tankern haben die Raten ebenfalls eine Bodenbildung erfahren. Auch hier ist die Verschrottung angestiegen, was allerdings auch an der gesetzlichen Forderung nach Doppelhüllentankern lag. Die Tanker würden aber am schnellsten vom anziehenden Aufschwung in China und Indien profitieren. Die Bulker erfahren zur Zeit eine leichte Erholung. Die Gesamttonnage ist gesunken, da auch in diesem Segment viel verschrottet wurde.
Frau Harms Fazit ist, dass der Schiffsverkehrsmarkt nach wie vor besonders von der Krise betroffen ist. Allerdings ginge die Globalisierung weiter und der Welthandel wächst schneller als die Produktion. Ein Problem stellt weiterhin das niedrige Niveau der Frachtraten dar. Mit dem Abbau der Überkapazitäten bieten sich die Schiffe auch als antizyklisches Investment an. Um mehr Sicherheit für den Anleger in die Schiffsfonds zu bekommen, müssen mehr Garantien gewährt werden, eine breitere Streuung ist notwendig und die Reeder, Charterer sowie Initiatoren müssten sich noch stärker beteiligen. Nischenprodukt wie Zweitmarkt-, Bulker- und Kreuzschifffonds sind in Zukunft gefragt.
Mein Schiff
Lloyd Fonds wird nun einen Kreuzschifffahrtsfond auflegen, da die Kreuzschifffahrt ein absoluter Wachstumsmarkt ist. Viele Kunden belassen es nicht bei einer Kreuzfahrt. In Europa hat das zu zweistelligen Wachstumsraten geführt. Insgesamt wuchs der Markt in den letzten fünf Jahren hier um 66 Prozent. Der Markt habe aber viele Gesichter, da es sehr unterschiedliche Schiffsgrößen, Bordkonzepte und Zielgebiete gibt.
Ein Kreuzfahrtschiff unterscheidet sich allerdings in einem Punkt fundamental von Transportschiffen: Sie haben einen Hotel- und Gastronomiebetrieb. Das hat Auswirkungen auf das Fondkonzept, vor allem hinsichtlich der steuerlichen Wirkungen. Greift man auf das übliche Tonnagesteuerkonzept zurück oder macht man eine Bareboat-Charter. Die bringt jedoch keine steuerlichen Vorteile, da der Hotelbetrieb ausgenommen wird. Die zu bevorzugende dritte Möglichkeit sind Beteiligungsformen. Hier eine stille Beteiligung, die kein Betriebskostenrisiko enthält und Mezzanine-Kapital für den Betreiber.
Frau Harms umreißt die Eckdaten des neuen Fonds, ein Prospekt liege noch nicht vor. Die Betriebsphilosophie des Kreuzfahrtschiffs folgt dem „Hängemattenkonzept“. Es ist ein typische deutsches Urlaubsschiff mit Wohlfühlcharakter. Es gibt keine Animation, dafür aber viele Spa- und Sportgelegenheiten, viel Deckfläche, keine festgelegten Essenszeiten und Sitzplätze. Der Fonds für „Mein Schiff“ werde ein reiner Euro-Eigenkapitalfond mit einfachen Strukturen und Sicherheitskomponenten (gute Bonität der Teilhaber, Sachwert als Sicherheit, Betreiber TUI Cruises bleibt investiert und verfügt über eine Bevorrechtigung). Es sind hohe, steueroptimierte Ausschüttung geplant und es wird eine feste Rückzahlungsvereinbarung geben. Nach zehn Jahren wird der Betreiber das Schiff übernehmen. Zusätzlicher Anreiz liegt in Urlaubsrabatten für Investoren.
Doric: Flugzeug-Leasing
Von Doric Asset Finance aus Offenbach kommt der Managing Director Ulrich Friz, um zwei Flugzeug-Leasing-Fonds vorzustellen. Doric steht in Deutschland als Manager hinter nahezu allen Flugzeug-Fonds, sowohl eigenen als auch fremden. Sie sind der größte und bestens geratete Flugzeugmanager. Insgesamt verwaltet Doric derzeit 25 Flugzeuge und verfolgt dabei ein integriertes Asset-Management. D.h. dass sie „hands-on“ eigene Inspektionen mit eigenen Ingenieuren durchführen. Die Flugzeug-Fonds laufen in der Regel überplanmäßig gut, da sie nicht von der Auslastung abhängig sind. Vielmehr kommt es darauf an gute Leasing-Nehmer zu finden und gute Flugzeuge. Der Luftfahrtmarkt hat seine Bodenbildung erfahren und seit Dezember 2009 ist teilweise auch wieder ein Wachstum zu spüren, insbesondere auf den asiatischen Märkten, die immer wichtiger werden.
Es werden zwei Fonds präsentiert. Erstens für eine Airbus A320 der AirAsia und zweitens für eine Boeing 777 für Cathay Pacific. AirAsia ist ein Low-Cost-Carrier vergleichbar mit der europäischen RyanAir. Die Airline operiert extrem profitabel und ist sehr wachstumsstark, so dass sie inzwischen der größte Kunde von Airbus geworden ist. Das Geschäftsmodell hat eine gute Zukunft und führte dazu, dass das Unternehmen über mehr Eigenkapital verfügt als es Umsatz macht. Fast alle Flugzeuge gehören dem Unternehmen. Die A320 ist das meistbestellte Flugzeug der Welt und hat noch ein Orderbuch Backlog von 1.600 Flugzeugen. Es besteht mit diesem Flugzeug ein hohe Kalkulationssicherheit. Das Eigenkapital des Fonds ist zwischenfinanziert. Das Flugzeug wird verkauft, wenn der Markt gerade gute Preise hergibt.
Cathay Pacific ist eine der besten Airlines der Welt. Das Jahr 2009 wurde erfolgreich bewältigt, da das Unternehmen schnell auf die Krise reagiert hat. Allein im ersten Halbjahr 2009 konnten die operativen Kosten um 32 Prozent gesenkt werden durch Stilllegungen, Entlassungen und Routenstreichungen. Für die Zukunft ist Cathay gerüstet, allein schon durch den Standort Hongkong, als extrem bedeutenden Wirtschaftsraum. Durch ein Zubringersystem auf dem Pearl River-Delta können quasi in 40 Minuten 60 Mio. Menschen erreicht werden. Die Boeing 777 für Cathay ist ein besonders attraktives Investment, da sie eingekauft wurde als der Dollar extrem schlecht stand. Sie ist quasi 30 Mio. US-Dollar günstiger gewesen als das ebenfalls von Doric gemanagte Flugzeug für Emirates. Der Fonds ist in Euro.
Mischfonds
MPC Capital wurde heute durch Geschäftsführer Stefan Langkawel vertreten, der wie von MPC üblich einen professionellen und gut vorbereiteten Vortrag hielt. Es stellte den Best Select Spar Plan vor, der einen Einstieg in die Welt der Fonds darstellen soll und eine strategische Vermögensstrukturierung in nur einem Fond ermöglichen soll. In diesem Fond ist keine Anlageklasse mit mehr als 30 Prozent vertreten und es sind immer mindestens vier Anlageklassen. Anlageklassen bedeutet hier unterschiedliche Beteiligungen: Schiffe, Flugzeuge, Immobilien, Private Equity, Rohstoffe, Energie und Infrastruktur. Der Fond bietet zudem einen ratierlichen Einstieg und hohe Flexibilität bei der Beitragszahlung. Mindestzeichnungssumme ist lediglich 5.000 Euro, die auf fünf oder zehn Jahre angelegt werden. Zusammengefasst in den Zielen: Transparenz, Klarheit, Einfachheit, Diversifikation, Sicherheit. Es soll ein Konzept und nicht nur ein Produkt verkauft werden.
Von Aquila, Lloyd, Doris und MPC emittierte Finanzprodukte können bei der Firma infomac TREUHAND gezeichnet werden.
Stockwaves I: Fonds - Strategien zum Erfolg
9. Februar 2010
Der IR-Dienstleister Stockwaves hat sechs Emissionshäuser auf seiner Veranstaltung die Möglichkeit gegeben, einige ihrer Topangebote zu präsentieren. Ergänzt wurde das Event durch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Regulierung“.
Foto: Sebastian Wentzler